Neuigkeit vom 08.01.2020

Stadtplanung ohne Flughafen – Bezirksamt „räumt auf“!

2020 – im November diesen Jahres wird der Flughafen Tegel TXL endgültig geschlossen werden. Rund zwölf Monate wird es dauern, bis die Flughafen-typischen Einrichtungen und Aufbauten auf dem Gelände im wesentlichen beseitigt sein werden. Dann beginnt die Phase der konkreten Beplanung für die Entwicklung des Geländes hin zum Hochschul- und Gewerbestandort, der sogenannten  „Urban Tech Republic“ und zur Schaffung des „Kurt-Schumacher-Quartiers“, einer künftigen Wohnsiedlung mit ca. 5.000 Wohnungen, zwei Kindertagestagestätten, zwei Schulen sowie diverser Freizeitflächen. Der Umbau der Strassenachsen wird nochmals eine besondere Herausforderung, da die Entwidmung der „Stummelautobahn“ durchaus umstritten ist.

Bereits in der 1980erJahren hatte das Bezirksamt Reinickendorf vor dem Hintergrund des 1974/75 in Betrieb gegangenen TXL verschiedene Bauleitplanungen aufgelegt, die die Neuordnung der Flächen sowie deren Nutzung unter besonderer Berücksichtigung des Flugbetriebes vorsahen. Bspw. wurde aus einem kleinen Wohngebiet direkt an der U-Bahn-Trasse, der „Sternstrassensiedlung“, ein Gewerbegebiet. Ein bunter und nicht immer ansehnlicher Mix aus Hallen, Werkstattgebäuden und Einfamilienhäusern zeugt heute von dieser Konversion der Nutzung. Auch die als Flughafenparkplatz genutzte Freifläche am Kurt-Schumacher-Platz ist Beweis für eine steckengebliebene Stadtentwicklung. Das ehemalige „Foyer Berthézene“, ein Offiziersklub der französischen Streitkräfte, verschwand ersatzlos. Das geplante Möbelcenter entstand nicht. Auch andere Planungen wurden nicht umgesetzt, nachdem klar war, dass mit der Eröffnung des neuen Großflughafens BER der TXL (damals noch wahrscheinlich, nun aber sicher…) geschlossen werden wird und damit die Rahmenbedingungen für Neubebauungen sich nachhaltig verändern werden.

Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) hat nun mit dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seines Stadtplanungsamtes ‚aufgeräumt‘: Mehrere seit den 1980er und 1990er Jahren im Verfahren befindliche Bebauungspläne wurden eingestellt, sprich als erledigt erklärt. So sind die alten Planungen zur „Neugestaltung des Kurt-Schumacher-Platzes“, die Entwicklung gewerblicher Flächen am Kurt-Schumacher-Damm und in Bereichen der Meteor- wie Nordlichtstrasse sowie kleinteilige Strassenplanungen nunmehr Geschichte. Die Wahlkreisabgeordnete von Reinickendorf-West, Emine Demirbüken-Wegner, begrüßt diesen weiteren Schritt:  „Das Bezirksamt hat damit klar und unmißverständlich signalisiert, dass es bereit zum Aufbruch in die neue Zeit nach TXL ist. Auch wenn insbesondere die Planungen zum Kurt-Schumacher-Quartier in der Hand des Senats sind und bleiben werden, zeigt Reinickendorf den Weg für eine neue Stadtentwicklung im gesamten Ortsteil auf.“

http://www.berlin.de/ba-reinickendorf/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=7842; http://www.berlin.de/ba-reinickendorf/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=7841; http://www.berlin.de/ba-reinickendorf/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=7840

Personen im Zusammenhang

Emine Demirbüken-Wegner
Emine Demirbüken-Wegner, 58