Pressemitteilung vom 06.01.2019

Beim Denkmalschutz am Paracelsusbad entscheidet Senator Dr. Lederer


Kurz vor Jahresende erreichte mich die Beantwortung meiner schriftlichen Anfrage vom 03.12.2018 zum Einzeldenkmal Paracelsusbad seitens der als 'Oberste Denkmalsschutzbehörde' im Land Berlin fungierenden Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Für mich ergeben sich aus der Antwort folgende Feststellungen bzw. Nachforschungsaufgaben:

- seit August und Oktober 2018 liegen  dem Landesdenkmalamt mehrere Varianten einer möglichen Bebauung vor (vgl. Antworten zu Fragen 1 & 2). Hierüber muß die Bezirksverordnetenversammlung sowie die Bürgerschaft eingehend informiert werden;

- die Senatsverwaltung bestätigt, dass eine geplante fünfgeschossige MUF-Bebauung das Einzeldenkmal Paracelsusbad beeinträchtigt und damit zwingend die Denkmalschutzbehörden involviert sind (vgl. Antwort zu Frage 3);

- jeder MUF-Standort muß gemäß den Vorgaben des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten einen gestalteten Außenbereich mit Rasenflächen, Beeten, Spiel- und  Sportanlagen sowie einem 'Dorfplatz' erhalten (vgl. https://www.berlin.de/laf/wohnen/allgemeine-informationen/modulare-unterkuenfte/). Hierzu scheint es für den Standort am Paracelsusbad bislang keine belastbaren Planungen zu geben (vgl. Antwort zu Frage 4);

- die für den Denkmalschutz mit  zuständige Senatsverwaltung kennt den möglichen Bauherrn  (Wohnungsbaugesellschaft oder anderer öffentlicher Träger?) nicht (vgl. Antwort zu Frage 5). Dies muß ermittelt werden;

- der Bezirk Reinickendorf hat erneut eine Prüfung des Standortes 'Parkplatz am Paracelsusbad' (seitens der  Berliner Bäderbetriebe, also faktisch der Senatsverwaltung für Inneres und Sport) eingefordert (vgl. Antwort zu Frage 7);

- die jetzt geplante Bebauungsfläche wird seitens des Landesdenkmalamtes kritisch eingeschätzt. Ein  bestimmtes Szenario unterstellend, muß hier Senator Dr. Lederer oder sein Staatssekretär Woop die abschließende Entscheidung treffen (vgl. Antwort zu Fragen 10 & 11). Damit kommt es zum Entscheid zwischen den beiden der Linken angehörenden Senatoren Fr. Breitenbach und Dr.  Lederer.

Es wird nun zunächst Aufgabe der Bezirksverordnetenversammlung sein, die verschiedenen Bauvarianten sich  eingehend vorstellen zu lassen, zu analysieren und dazu ein Votum  gegenüber dem Bezirksamt abzugeben. Sollte die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales de facto weiter den Bezirk nötigen, den  Bereich Paracelsusbad als MUF-Standort 'anzubieten', wird das  Bezirksamt selbst dann aufgefordert sein, sich auf eine  Bebauungsvariante festzulegen und damit den sogenannten 'Dissensfall'  zwischen unterer Denkmalschutzbehörde und Landesdenkmalamt zu  'produzieren'. Die Entscheidung und letztlich Gesamtverantwortung für  den Bau einer MUF liegt dann bei Bürgermeister und Senator Dr. Klaus Lederer.


Die vollsändige Schriftliche Anfrage können Sie hier nachlesen: MUF am Einzeldenkmal Paracelsusbad.pdf


Personen im Zusammenhang

Emine Demirbüken-Wegner
Emine Demirbüken-Wegner, 57